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Textbörse 1: Textbroker – wo jedes Wort zählt

Die erste Textbörse, die ich vorstellen möchte, ist Textbroker. Sie ist die erste Textbörse, oder eine der ersten (und alle anderen sind untergegangen?). Sie existiert auf jeden Fall schon ewig, und hier ein paar Infos über Textbroker und die Erfahrung, die ich mit der Textbörse gemacht habe.

Wie gesagt, Textbroker gibt es schon ewig – seit 2007 (? – man findet sämtliche Infos auf der HP, aber diese nicht) und hat sich seitdem in Deutschland einen Namen gemacht und mittlerweile sind sie auch in Europa und USA unterwegs (Infos dazu stehen auch bestimmt irgendwo auf der deutschen Webseite). Wer wie Textbroker so lange auf dem Markt hält und fleißig expandiert, ist seriös. ~~ Alle nachfolgenden Wörter, Sätze und Phrasen stammen von mir, sind nicht kopiert, geklaut (falls nicht anders angegeben) und beruhen auf meine Erfahrungen als Texter auf Textbroker (und sind somit nicht allgemein gültig) ~~

Autor und Texter werden bei Textbroker

Autor oder Texter  – wie man sich nennen will, bleibt einem selbst überlassen. Nach einer kurzen Anmeldung muss man einen Probetext schreiben – und Nein, es gibt keine Mustertexte im Internet für den Textbroker „Einstufungstext“ – man bescheißt sich nur selbst. Anhand dieses Textes wird man dann eingestuft: 2 Sterne, 3 Sterne, 4 Sterne und 5 Sterne stehen zur Auswahl. Diese Sterne geben an, wie „gut“ man schreibt, geben den Verdienst bei OpenOrders wieder und dass man sich noch hocharbeiten kann.

Sterne und Vergütung bei Textbroker

Die genaue Erläuterung, welche Fehler man für welche Einstufung machen darf (oder welche Fehler man macht) findet man auf der Webseite. Dementsprechend gibt es auch die Vergütung:

0,7 Cent pro Wort für 2 Sterne
0,9 Cent pro Wort für 3 Sterne
1,2 Cent pro Wort für 4 Sterne
4 Cent pro Wort für 5 Sterne

Neue Vergütung seit Anfang 2014:

0,7 Cent pro Wort für 2 Sterne
0,95 Cent pro Wort für 3 Sterne (+0,05)
1,3 Cent pro Wort für 4 Sterne (+0,1)
4 Cent pro Wort für 5 Sterne

Die „Endbeträge“ pro Text werden aufgerundet bzw. abgerundet auf volle Cents. Beispiel: 3 Wörter  bei 2 Sternen wären 2,1 Cent – also 2 Cent; 4 Wörter bei 2 Sternen wären 2,8 Cent – also 3 Cent. Damit man das Geld aber auch bekommt, muss der Text vom Auftraggeber (Kunden) auch „abgenommen/angenommen“ werden, ist dies der Fall – hat man das Geld sofort auf seinem „Konto“ bei Textbroker. Den Preis für DirectOrders kann man selbst wählen, Minimum ist 1,50 Cent bzw. 1,63 Cent.

Bewertet werden Texte immer im Schwung – in mehr oder minder steten Zeiträumen. Bei jedem 5. Text werden die Fehler aufgezeigt. Die letzten 5 Texte bzw. deren Einstufung geben die aktuelle Einstufung wieder. Man kann hoch- aber auch abgestuft werden. Die allerersten 5 Texte, die man schreibt, soll(t)en schneller bewertet werden, was entweder die „Ersteinstufung“ zu nichte macht oder einen aufsteigen lässt.

Texte abnehmen, Stornos und Änderungswünsche

Wenn man einen Text schreibt, sollte man dies auch immer mit dem bestmöglichen Resultat tun. Verpatzt man den Text – aus Kundensicht – kann der Auftraggeber den Text zur Änderung zurückgeben. Nun kann man entweder den Text ändern und die Änderung wieder zurücksenden – oder (was nicht gerne gesehen wird) den Text auch wieder in den Pool fallen lassen; das Geld ist aber dann weg. Ändert man den Text und der Kunde ist immer noch unzufrieden – zu recht oder zu unrecht – kann er den Text stornieren. Für den Texter bedeutet dies: Steigerung der Stornoquote (sichtbar im Profil) und kein Geld. Ist dies der Fall, sollte auf jeden Fall den Support kontaktiert werden, da nicht jedes Storno gerechtfertigt ist, und in Ausnahmefällen der Kunden dennoch den Text annehmen muss. Im Idealfall nimmt der Kunde den Text an – hierfür hat er 4 Tage* Zeit (Ausnahmen haben länger Zeit). Für Änderungswünsche hat man immer nur 24 Stunden Zeit; Ausnahmen wie gegebenenfalls Feiertage etc zählen nur, wenn Textbroker dies explizit veröffentlicht.

OpenOrder vs. DirectOrder vs. TeamOrder

Der „Pool“, wie vorhin geschrieben, bezieht sich auf die OpenOrders. Hier kann man – je nach Sterneeinteilung – aus verschiedenen Texten auswählen, sortiert nach Genres (Kunden geben die Genres an, was nicht immer stimmen muss). Die Vergütung für die OpenOrder ist abhängig von der jeweiligen Sterneeinstufung. OpenOrder können „frei gewählt“ (abhängig wiederum von der Sternekategorie) werden, die Bearbeitungszeit liegt bei 1 Tag bis zu 10 Tage. Innerhalb dieser Zeit muss man den Text fertig geschrieben und abgegeben haben, sonst verfällt er und fällt in den Pool zurück. OpenOrder können einem von Textbroker entzogen werden (Textbroker kann auch Änderungen vornehmen: Keywords, Länge anpassen), während der Bearbeitung, der Kunde kann nichts tun. Man kann immer nur eine OpenOrder nach der anderen bearbeiten (und ist solange „geblockt“ bis die eine fertig ist).

DirectOrder werden bei Alt-Kunden (die vor dem 01.07.2013 angemeldet waren) mit mindestens 1,50 Cent berechnet – bei Neu-Kunden (angemeldet nach dem 01.07.2013) mit 1,63 Cent. Dies ist der Minimalpreis, den man verlangen „muss“ – steigern kann man ihn ins Unermessliche (der Kunde zahlt den Preis plus 35 % Bearbeitungspauschale). DirectOrder erhält man, wenn man einen netten Kunden erwischt hat, dem die Texte gefallen. DirectOrders haben zwar auch eine Bearbeitungszeit, die einzuhalten ist, aber egal, ob man die DirectOrder annimmt „Ich möchte diesen Text schreiben“ oder nicht, die DirectOrders bleiben einem solange bis sie entweder der Kunde zurückzieht oder bis man den fertigen Text abgibt. Der Kunde kann DirectOrders ändern oder wieder zurückholen, solange man sie nicht (!) angenommen hat. Man kann gleichzeitig an mehreren DirectOrder arbeiten und zeitgleich auch eine OpenOrder bearbeiten.

Die TeamOrder ist ein „Crowdsourcing-Projekt“. Viele Texter – die untereinander aber keinen Kontakt haben – arbeiten gleichzeitig an vielen Texten (natürlich nur ein Texter an einem Text). Es gibt offene Teams und geschlossene – für letztere muss man eingeladen werden. Einen „Bewerbungstext“ (unvergütet) muss man aber in den meisten Fällen schreiben, um ins Team zu kommen – hier lohnt ein Blick auf Leistung, Vergütung und Vorwissen.

Keywords und Texte schreiben

Die Texte haben immer eine Mindestwortanzahl, die man erreichen muss, und eine Maximalwortanzahl, über dieser man nicht bezahlt wird. Man sieht auch auf einen Blick die dementsprechende Verdienstspanne. Klickt man auf einen Titel hat man 10 Minuten Zeit, sich die Anforderungen durchzulesen. Diese Zeit sollte auch genutzt werden, damit man später nicht umsonst schreibt oder viele „Abbrüche“ hat. Man kann einen Text zu jeder Zeit wieder zurückgeben, wird aber nicht gerne gesehen. Man sieht auch auf einen Blick, ob Keywords gefordert werden. Diese Wörter müssen in der angegebenen Anzahl in den Text eingefügt werden. Ohne dies kann man einen Text nicht abgeben. Manchmal sind falsch geschriebene Keywords erwünscht, manchmal lohnt auch den Kunden anzuschreiben; manchmal funktioniert auch der Keywordzähler nicht, hier muss man den Support kontaktieren.

Profil bei Textbroker ausfüllen

Man sollte auf jeden Fall das Profil ausfüllen, sodass man von Kunden auch gefunden wird. Hier kann man auch den DirectOrder Preis ändern und einstellen und angeben, wenn man nicht da ist (Abwesenheitsnotiz). Wichtig beim Profil sind auf jeden Fall: Vorstellung, Textgattungen, Textproben (Texte, die nicht im Internet veröffentlicht wurden), Sprachen und Interessen. Sind Bilder wichtig? Jaein; professionelles Bild oder Schnappschuss? Beides? Es muss auch kein Bild eingestellt werden, auf dem man selbst ist – kann auch ein nettes anders sein (Copyright beachten).

Kontaktmöglichkeiten mit Kunden/Auftraggebern

Ich habe mir angewöhnt, von Kunden zu sprechen, aber Kunde = Auftraggeber. Textbroker stellt „nur“ eine Plattform zur Verfügung, auf der sich Suchende und Schreibende finden (etwas lässig formuliert), dementsprechend kann man auch die Kunden kontaktieren. Dies kann man tun, wenn Keywords falsch geschrieben wurden, wenn man mehr Zeit braucht (weil Thema so intensiv, nicht weil man faul war), wenn man mehr Informationen benötigt … Solange man aber eine OpenOrder aktiv hat, und auf Antwort vom Kunden wartet, muss man warten – es kann keine weitere OpenOrder angenommen werden. Ob Antworten und Informationen folgen ist oft fraglich – einige ignorieren Fragen einfach. Zudem sollte man beachten, dass nicht jeder 24 Stunden erreichbar ist und auch am Wochenende viele nicht arbeiten. Mit Kunden sollte man immer auf eine nette Art kommunizieren, nicht pampig werden.

Auszahlungen, Gutschrift/Rechnungen und Steuer

Wie bereits schon erklärt, muss man sich um die Steuer kümmern. Beim Finanzamt anrufen, hingehen und nachfragen. Unter dem Punkt Auszahlungen können diese ab 10 € getätigt werden, das Guthaben wird auf das Bankkonto überwiesen – und zwar einmal wöchentlich ist Donnerstag der Stichtag für die Auszahlungen. Unter „Auflistung aller Auszahlungen“ findet man alle getätigten Auszahlungen, klickt man nun auf das orangefarbene Datum, öffnet sich eine PDF-Gutschrift, die auch per E-Mail versendet wird, und die man dann für Steuer & Co. ausdrucken lassen kann.

Der Support sowie diverse Hilfsmittel wie FAQ, Tutorial oder die Academy geben weitere Hilfestellungen. Zudem gibt es wieder ein Autorenforum – bei dem man auch von anderen Textern Hilfe finden kann. Aus eigener Erfahrung musste man früher beim Forum nicht jeden ernst nehmen, keine Mimose sein und eigene „Kollegen“ charmant ignorieren – da Unfreundlichkeit ein Relikt unserer Zeit ist.

Warum nun eigentlich der obere Satz „~~ Alle nachfolgenden Wörter, Sätze und Phrasen stammen von mir, sind nicht kopiert, geklaut (falls nicht anders angegeben) und beruhen auf meine Erfahrungen als Texter auf Textbroker (und sind somit nicht allgemein gültig) ~~“ ??

Immer wenn man einen Text bei Textbroker oder anderen Seiten – oder auch direkt an Kunden – abgibt, muss er Unique sein – das heißt, es darf nichts kopiert und geklaut sein. Die jeweiligen Portale überprüfen das automatisch – gegebenenfalls kommt der Text zurück. Der Rest des Satzes ist eine nette Floskel, da Textbroker einiges erneuert und sich stetig ändert – bezogen auf Preise, Vergütung, Sterne, Bearbeitungspauschalen – und natürlich, weil ich nur das Schreiben kann, was ich weiß, womit ich bei Textbroker Erfahrung habe – und dass dies nicht für jeden zutrifft, ist leider nicht immer für jeden klar.

*4 Tage: Eigentlich sind es 3 Tage; aber: Gebe ich den Text am 01.01. um 15 Uhr ab – 1. Tag 02.01. 15 Uhr, 2. Tag 03.01 15 Uhr, 3. Tag 04.01 15 Uhr, 4. Tag 5.01 15 Uhr;

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